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Microsofts kostenloses Datenrettungstool

Wahrscheinlich ist es jedem PC-Nutzer schon einmal passiert, dass er versehentlich wichtige Daten gelöscht hat. Ob bei der Leerung des Papierkorbs oder bei der Formatierung eines externen Datenträgers, ist der Schreck groß, geht man doch davon aus, dass die Daten unwiederbringlich verloren sind. Das gleiche gilt für Software-Fehler, die für den Verlust von Daten verantwortlich sind.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche, wenig vertrauenswürdige Drittanbieter-Softwares für kleines Geld, aber auch zuverlässigere, professionelle Datenrettungstools, die zum Teil sehr teuer und umständlich in der Bedienung sind. Microsoft hat nun ein kleines Kommandozeilen-Programm veröffentlicht, das kostenlos über den Windows Store heruntergeladen werden kann. Laut Microsoft ermöglicht es die Wiederherstellung von verschiedenen Dateitypen wie zum Beispiel JPEG, PDF, PNG, MPEG, MP3, MP4 und weiteren Dokument- und Medienformaten. Die unterstützen Dateisysteme sind NTFS, FAT, exFAT und ReFS, also die gängigsten bei Windows-PCs.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um internen Speicher oder externe Wechseldatenträger wie USB-Sticks oder Speicherkarten handelt. Einschränkungen bei der Nutzung gibt es aber besonders in Bezug auf die eingesetzte Windows Version. Derzeit kann das Tool nur mit Windows 10 Version 2004 und höher verwendet werden. Die Software unterstützt keine früheren Betriebssysteme. Zudem gilt bei der Microsoft Lösung wie bei allen Datenrettungstools ebenfalls die Regel, den PC nach Feststellen eines Datenverlusts möglichst wenig zu benutzen, bis das Tool zum Einsatz kommt. Vielen Nutzern ist nicht bewusst, dass Daten nach dem Löschen oder dem Formatieren von Datenträgern noch vorhanden sind. Die Speicherplätze, auf denen die Daten liegen, werden lediglich als "frei" gekennzeichnet. Das bedeutet, dass neue Daten unter Umständen auf eben genau diesen Speicherplätzen abgelegt werden könnten, wodurch die vermissten Daten definitiv nicht mehr wiederherstellbar wären.

Für die Nutzung von Windows File Recovery sind gewisse Vorkenntnisse nützlich bzw. notwendig. Das Programm verfügt nämlich über keine grafische Oberfläche. Um es zu nutzen, muss die Kommandozeile als Administrator ausgeführt werden. Nach der Installation von WFR über den Store kann über das Suchfeld nach "CMD" gesucht werden. Das Suchergebnis muss dann mit der rechten Maustaste angeklickt werden, um im Kontext Menü den Punkt "Als Administrator ausführen" anwählen zu können. Anschließend öffnet sich das Kommandozeilen-Fenster, das vielen Nutzern noch aus Zeiten von DOS bekannt vorkommen könnte.

Über dort eingegeben Befehle, die Microsoft hier näher erläutert, können die verlorengeglaubten Dateien nun wiederhergestellt werden, wenn sie noch zur Verfügung stehen.

Benutzer ohne Erfahrungen mit dem Kommandozeilentool sollten von dessen Nutzung allerdings besser Abstand nehmen, da es auf dieser Ebene deutlich weniger Beschränkungen und Schutzmechanismen gibt, die vor Fehlern bewahren, die im schlimmsten Fall das gesamte System lahmlegen. Wenn Sie sich unsicher sind, kommen Sie im Falle eines Datenverlusts gerne auf uns zu.