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Datenschutz und WhatsApp

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat angekündigt, seine Datenschutzbestimmungen in den kommenden Monaten anzupassen. Dabei wird der Nutzer vor die Wahl gestellt, die neuen Datenschutzbestimmungen zu akzeptieren oder auf die Nutzung der weltweit größten Nachrichten-App zu verzichten. Die Ankündigung der neuen Bestimmungen hat für Empörung gesorgt, was dazu führte, dass Whatsapp den Stichtag für das Inkrafttreten auf Mai 2021 verschoben hat.

Als WhatsApp im Jahr 2009 mit einer einfachen App startete, in der Nutzer kurze Status-Meldungen versenden konnten, die dann von Freunden und Familie gelesen werden konnten, war Datenschutz noch kein Aspekt, der für oder gegen die Nutzung des Dienstes sprechen könnte. Spätestens aber nach der Übernahme des Unternehmens durch Facebook warnten immer mehr Datenschützer vor der Nutzung. Sie befürchteten, dass private Daten für kommerzielle Zwecke genutzt würden und sahen die Privatsphäre der Nutzer in Gefahr. Das Unternehmen reagierte und ging eine Partnerschaft mit Open Whisper Systems ein, was dazu führte, dass seit 2016 alle Nachrichten, Medien und Anrufe laut der Entwickler Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind.

Trotz der regelmäßig veröffentlichten Sicherheitslücken und dem zweifelhaften Datenschutz stieg die Anzahl der Nutzer von 2015 bis heute von 800 Millionen auf 2,2 Milliarden Nutzer. Selbst Unternehmen kommunizieren mit Ihren Kunden und Mitarbeitern zum Teil hauptsächlich mithilfe des Nachrichtendienstes. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass WhatsApp sich in der Lage sieht, neue Datenschutzbestimmungen erzwingen zu können. Zumal es bei den neuen Nutzungsbedingungen angeblich nur um die Weitergabe von technischen Daten wie etwa Geräte-Nummer des Smartphones, IP-Adresse, Transaktionsdaten, Interaktionsinformationen und weitere dienstbezogene Daten geht. Im Fokus stehen offiziell Sicherheitsaspekte und Integrität zu Facebook, Bekämpfung von Spam, Threads, Missbrauch oder Verstößen und das Verbinden von WhatsApp-Erfahrungen mit anderen Facebook-Produkten.

Doch die Abwanderung von Millionen Usern zu anderen Messengern hat dazu geführt, dass WhatsApp den Termin noch einmal verschoben hat. Das Unternehmen möchte damit auch die Gerüchte entkräften, die neuen Bestimmungen dienten hauptsächlich dazu, Nutzerdaten stärker kommerziell nutzen zu können. Nutzer außerhalb der EU und Großbritanniens geben schon seit 2016 mehr Daten für die Weitergabe an Facebook frei. Das soll europäischen und britischen Bürgern aber auch nach dem Inkrafttreten der neuen Nutzungsbedingungen erspart bleiben.