Support: +49 (0)209 38642-22        Supportfall melden

Abo Fallen im Google Play-Store

Im Play-Store werden immer wieder Apps veröffentlicht, deren Hauptziel der finanzielle Gewinn für die Entwickler darstellt. In der Vergangenheit handelte es sich dabei in der Regel um Adware, also Anwendungen, die unverhältnismäßig oft Werbung einblenden. Bei den meisten dieser Apps reicht die Deinstallation aus, um das Problem zu beheben.

Ein neues Betrugsrisiko geht von den von Sicherheitsforschern bei Sophos entdeckten Programmen aus, die dem Kunden zunächst eine kostenlose Testversion zur Verfügung stellen, um anschließend zum Teil horrende Abo-Gebühren zu verlangen. Die Forscher haben diesen Applikationen den Namen "Fleeceware" (wahrscheinlich abgeleitet vom englischen Verb "fleece" für schröpfen) gegeben, was in den meisten Fällen ein sehr passender Name ist. Zum Beispiel wurden ein Barcode Scanner für monatlich über 100 Euro oder eine Kompass App für über 200 Euro angeboten.

Möglich wird dieser Betrug durch ein Schlupfloch in den Play-Store-Richtlinien. Google erlaubt den Entwicklern darin, zunächst eine kostenlose Testversion eines Programms anzubieten, verbunden mit einem zeitlich begrenzten Test-Abonnement. Wird das Test-Abonnement nicht gekündigt, kommt der Kaufvertrag der kostenpflichtigen Version rechtlich gesehen zustande. Während seriöse App-Entwickler die rechtzeitige Deinstallation mit einer Kündigung gleichsetzen und keine weiteren Kosten von den Nutzern einfordern, nutzen Entwickler von "Fleeceware" genau diese Richtlinie für Ihren Betrug aus.

Dass es sich bei einer App im Play-Store um Fleeceware handelt, ist in den meisten Fällen nur sehr schwer zu erkennen. Was genau auf die User zukommt, wird nicht erwähnt. Lediglich ein kurzer Hinweis auf In-App-Käufe oder die Belastung des Google Kontos nach Kauf der "Premium"-Version in der Beschreibung lassen sich ausmachen. Diese Hinweise findet man aber auch in den Beschreibungen seriöser Apps, bei denen der Kauf der Vollversion nicht erzwungen wird und bei denen nur Kleinstbeträge gefordert werden.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Sophos hat auf seiner Website eine Liste der aktuell 24 gefundenen Fleecewares veröffentlicht, von denen einige sogar noch im Play-Store verfügbar sind. Obwohl das Aufspüren und Entfernen von betrügerischen Apps auch in Googles Sinn sind und das Unternehmen in den meisten Fällen schnell reagiert, kann man beim Herunterladen von Applikationen nie ganz sicher sein. Selbst Downloadzahlen und Bewertungen von anderen Usern können gefälscht bzw. gekauft sein.

Ob Sie eine App installiert haben und damit ein Abonnement mit den Entwicklern abgeschlossen haben, können Sie leicht überprüfen. Öffnen Sie dazu den Play-Store und klicken Sie auf das Burger-Menü (die drei horizontalen Balken). Wählen Sie anschließend den Punkt Abo aus. Wenn Sie dort ein Abonnement vorfinden, dass Sie nicht willentlich abgeschlossen haben, kündigen Sie es umgehend. Um sicherzustellen, dass keine Kosten automatisch abgebucht werden, können Sie dann unter Zahlungsmethoden alle vorhandenen Methoden löschen. Auch wenn Sie mit dem Abo offiziell einen Vertrag abgeschlossen haben, werden etwaige Betrüger die Kosten nicht einfordern können, wenn bei der Installation der App nicht deutlich auf die möglichen Kosten hingewiesen wurde.