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Nutzen versus Datensicherheit

Im Google Play Store kann man mittlerweile über 2 Millionen Applikationen herunterladen. Ähnliches gilt für den App Store von Apple. Doch nicht alle Spiele und Programme sind vertrauenswürdig, wenn es um den Umgang mit den Nutzerdaten geht.

Ein aktuelles Beispiel ist die Android- und iOS-App "FaceApp". In dieser Anwendung, die bereits seit 2017 auf dem Markt ist, kann man sich altern oder verjüngen lassen. Die Ergebnisse, die mithilfe einer KI berechnet werden, sind erstaunlich. Durch millionenfaches Teilen dieser Bilder, unter anderem von Prominenten, wurde die App zum Download-Hit. Datenschützer warnen allerdings vor der Installation von FaceApp. Mit der Nutzung der Applikation gewährt man das den Entwicklern das Recht, die generierten Bilder frei zu verändern und zu verbreiten. Dazu gehen Datenschützer davon aus, dass die IP-Adresse, das Nutzerverhalten, Informationen zu Webseiten, die man besucht und einige andere persönliche Daten gespeichert werden. Zudem werden keine gesicherten Aussagen über die Standorte der Server, auf denen die Daten gesammelt werden, gemacht.

Doch FaceApp ist dabei nur ein Beispiel für die Unsicherheit unserer persönlichen Daten. Der bekannteste Vertreter unter den Datensammlern ist wahrscheinlich Facebook. Nachdem im März bekannt wurde, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytics illegal Daten von rund 50 Millionen Facebook Nutzern gesammelt hatte, fand ein User über die Durchsicht seines Facebook Archivs heraus, dass das Unternehmen über Jahre hinweg eine Chronik aus SMS- und Telefondaten inklusive Gesprächspartnern, Datum und Uhrzeit sowie der Gesprächsdauer erstellt hatte.

Zwar muss man meist während der Installation einer App die entsprechenden Rechte vergeben, damit die Anwendung derartige Daten sammeln darf, doch ist die Ablehnung noch lange keine Garantie dafür, dies zu verhindern. Ein internationales Team aus Forschern hat herausgefunden, dass Apps diese Sicherheitsvorkehrungen leicht umgehen können. Die Spezialisten prüften über 88.000 Programme, die über den Google Play Store heruntergeladen werden können und fanden heraus, das einige davon auch ohne die ausdrückliche Berechtigungen sensible Daten wie z.B. Mac-Adressen, IMEI Nummern und Standortdaten abgreifen.

Da nur ein Bruchteil der verfügbaren Anwendungen geprüft wurde, ist kaum abzusehen, welche Daten man bei einer Installation außerdem preisgeben könnte. Aus diesem Grund sollten Sie nicht unbedacht jede App, die Ihnen nützlich erscheint, auf Ihr Smartphone laden. Oft kann Sie eine kurze Recherche im Internet davor bewahren, Ihre sensiblen Daten in unbekannte Hände zu geben.