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Ein Jahr nach Einführung der DSGVO

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die neue Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten ist. Die Verordnung, die den Umgang mit personenbezogenen Daten in der europäischen Union vereinheitlicht hat, hatte zu Beginn für große Aufregung gesorgt.

Nicht nur Unternehmen und Behörden, sondern auch Vereine und Privatpersonen wurden in die Pflicht genommen, den Umgang mit persönlichen Daten zu überarbeiten, diese besser zu schützen und den Nutzern umfassende und klar verständliche Informationen darüber zu liefern, was genau mit Ihren Daten passiert und wofür sie genutzt werden. Mit den neuen Gesetzen wurden die Geldstrafen bei Nichtbeachtung drastisch erhöht, was trotz zweijähriger Übergangsfrist viele Unternehmen zum Stichtag in den Ausnahmezustand versetzt hat. Denn eine so weitreichende Reform bedeutet in erster Linie einen gewaltigen Arbeitsaufwand und damit natürlich auch eine finanzielle Belastung.

Große Unternehmen wie Google und Facebook, die über die entsprechenden Ressourcen und eigene Rechtsabteilungen verfügen, können diese Belastung leichter verkraften. Für kleine und mittelständische Betriebe oder sogar Vereine und Privatpersonen, die vielleicht nur eine Website betreiben, gilt die Verordnung aber gleichermaßen. Diese sind unter Umständen gezwungen, externe Rechtberatung in Anspruch zu nehmen und Dienstleister zu verpflichten, die Sie bei der Umsetzung unterstützen. Die Befürchtungen, dass die DSGVO große Abmahnwellen und eine unverhältnismäßige Verhängung von Bußgeldern zur Folge habe, hat sich bisher nicht bewahrheitet. Trotz der knapp 100000 Beschwerden, die bei den Datenschutzbehörden eingingen, wurden bundesweit keine noch 50 Bußgeldbescheide ausgestellt.

Die in Deutschland bisher höchste Strafe von 20.000 Euro wurde gegen Knuddels verhängt. Das soziale Netzwerk mit Sitz in Deutschland hatte Nutzerdaten unverschlüsselt auf den Servern abgelegt, was Hackern die Möglichkeit gab, diese abzugreifen und im Internet zu veröffentlichen. Europaweit hat es am härtesten Google getroffen. In Frankreich wurde ein Bußgeld von 50 Millionen erhoben. Ob Google wirklich zahlen muss, ist aber fraglich.

Unter dem Strich hat die DSGVO zu mehr Transparenz und einem Umdenken im Bezug auf den Datenschutz geführt und die anfänglichen Sorgen waren unbegründet. Auch wenn die vermehrten Hinweise und zu unterzeichnenden Erklärungen Nerven kosten, muss man sich als Nutzer weniger Sorgen um die eigenen Daten machen, mit denen vor der DSGVO zum Teil scheinbar eher sorglos umgegangen wurde.