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Wachsender Druck auf Huawei

Vor Kurzem war der Ausbau des 5G Netzes und Huaweis Rolle ein Thema in unserem News-Bereich. Mitterweile hat sich die die Situation verschärft und der Druck auf den chinesischen Telekommunikationsausrüster wächst.

Nachdem das Unternehmen von dem Ausbau des 5G Netzes ausgeschlossen und die Nutzung seiner Geräte einem bestimmten Personenkreis untersagt wurde, hat die US-Regierung Huawei nun auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Firmen strengen Kontrollen unterliegen. Zwar können offiziell Lizenzen erworben werden, die einen Fortbestand von geschäftlichen Beziehungen möglich machen, die Vergabe dieser Lizenzen kann aber verweigert werden. Experten gehen davon aus, das von diesem Recht nicht unerheblich Gebrauch gemacht werden wird. Nicht zuletzt, weil es sich dabei um eine starke Waffe im aktuellen Handelskrieg zwischen den beiden Ländern handelt.

Die Sanktionen der US-Regierung, die von der chinesischen Regierung als "wirtschaftliche Schikane" bezeichnet wurden, hatten bis jetzt schon weitreichende Konsequenzen. Wichtige US-Partner wie der Chipentwickler ARM, Intel und Qualcomm haben die Geschäftsbeziehungen bereits eingestellt bzw. eingeschränkt. Auf dem Mobilfunkmarkt dürfte die Reaktion von Google auf die Sanktionen wohl die weitreichensten Konsequenzen haben, nämlich der Entzug der Lizenzen für Android. Das könnte in Zukunft bedeuten, dass Huawei keine Sicherheits- und Betriebssystem-Updates von Google zur Verfügung gestellt bekommt. Außerdem könnten Nutzer von Huawei Smartphones keine Apps aus dem Play Store herunterladen und Dienste wie Gmail und Google Maps funktionierten nicht mehr.

Besitzer von bereits im Umlauf befindlichen Geräten können zunächst aufatmen. Am 21. Mai wurde den beiden Unternehmen eine Gnadenfrist von 90 Tagen eingeräumt. Das bedeutet, dass Huawei Nutzer in diesem Zeitraum weiter mit Updates versorgt werden und die Google Dienste weiter nutzen können. Neue Geräte sind von dieser Frist allerdings augeschlossen. Dies wird sicherlich einen gewaltigen Umsatz-Einbruch zur Folge haben. Denn wer würde ein Gerät kaufen, das nicht mehr im vollem Umfang nutzbar ist.

Huawei reagierte nun mit der Ankündigung, das eigene Betriebssytem ab dem kommenden Frühjahr als Alernative zu Android einzusetzen. Das unter dem Namen HongMeng OS geführte System, das sich wohl schon seit Jahren in der Entwicklung befindet, soll dann nicht nur auf Smartphones laufen, sondern unter anderem auch für Fernseher, Computer und sogar Autos nutzbar sein.